das Treffen 2008 - Rückblick
Das Jugendlichentreffen für alle die sich für alternative Bildungsmöglichkeiten interessieren und diese leben wollen!, fand vom 21. September 2008 bis zum 27. September 2008 in Frankreich statt.
Ich fang mal mit der Anreise an, die ist zwar eigentlich nicht weiter wichtig, aber irgendwo muss ich ja anfangen. Ich hatte vor meiner Abreise in einer Mail verkündet, dass ich von der Schwäbischen Alb aus per Autostopp starten und 1-2 Tage brauchen würde. Bedauerlicherweise wagte ich aufgrund gewisser geographischer Tatsachen zu behaupten, dass Tack und Moi, die irgendwo in der Eifel saßen und auch Trampen wollten, etwas länger, 2- 3 Tage, brauchen würden.
Durch eine unglückliche Verkettung meist glücklicher Umstände (will heißen, die Reise war schön, aber lang) kam ich am dritten Tag pünktlich zum Abendessen auf dem Gelände an. Tack und Moi waren schon einen Tag vorher angekommen, was allgemein sehr betont wurde, besonders, da ich gestehen musste den letzten Teil der Strecke mit dem Zug gefahren zu sein.
Mir fielen einige Dinge auf dem Gelände auf, die seit meinem letzten Besuch neu da waren. Am erstaunlichsten fand ein Trampolin (Ø ca. 4 m), das beim letzten Mal noch zerlegt im feuchten Gras gelegen hatte und in dem ich damals nicht viel mehr als eine vermodernde Leiche sah, durch die schon die Brombeerranken krochen... Vermutlich mit Hilfe von Magie (Hogwarts hat da irgendwo eine Zweigstelle) ist das Trampolin anscheinend wieder belebt worden und dient nun wilden Spielen, wie z.B. Trampolindodgeball, bei dem Zwei auf dem Trampolin hüpfen und von den Umstehenden (vielmehr Umrennenden) mit Bällen beworfen werden und gleichzeitig ihrerseits versuchen diese dabei abzuwerfen.
Der See, die Katzen und Kätzchen, Hunde, Pony, Pferd und Esel kannte ich zwar schon, aber ich hab mich trotzdem wieder über sie gefreut. (Stellt euch die Lücke zum folgenden Absatz Fett und Unterstrichen vor, ich hoffe, sie macht den Esel nicht allzu traurig und sorgt dafür, dass sich niemand auf die Füße getreten fühlt^^)
Noch viel mehr habe ich mich über die lieben Menschen (Unliebe gabs nicht!) des Geländes gefreut.
Jugendliche (im Gegensatz zu Menschen) waren wir 8 und später 9 Stück.
Gleich am ersten Abend lernte ich ein ich ein Spiel nahmens „Dungeons & Dragons“ kennen, dass das Treffen sehr prägen sollte...(stellt euch zu diesen Worten ein unheimliches Donnergrummeln vor) Es besteht aus einem Spielplan (der mehr ein Hilfsmittel ist), einem Säckchen voller Würfel (die 6-seitigen bilden darin eine Minderheit) und vor allem aus 3 Regelbüchern. Der Spielleiter hat in etwa die Rolle eines Geschichtenerzählers. Die Mitspieler sind die Hauptfiguren der Geschichte und sagen immer, was sie nun machen wollen, ob das klappt hängt von den Werten im Charakterbogen ab, die am Anfang nach bestimmten Regeln und mit Hilfe von verschiedenen Würfeln ermittelt werden und sich während des Spielens stetig verbessern. (was einen gewaltigen Verbrauch an Tip-ex zur Folge hat) Ich hatte einen Grimlock-Barbaren, schleichen, täuschen, oder Zaubern lag ihm nicht so. Er war vor allem stark. Türen öffnete er nicht etwa, in dem er das Schloss knackte, sondern, indem er die Tür einschlug. Dazu musste ich nur sagen „Ich schlage mit der Axt auf die Tür ein“, dann musste ich würfeln und wenn das Ergebnis hoch genug war, war die Tür kaputt.
Wir erkundeten Keller und Höhlen, stießen auf Fallen, Schlangen und Trolle, fanden Gold und magische Schätze. Besonders mit einer anfänglich Chaotisch-Bösen Oma (der Paladin schaffte es später,sie durch sein Vorbildhaftes Verhalten vom Bösen abzubringen) gab es immer wieder Zoff, da diese bei Kämpfen meist in der hintersten Reihe war und versuchte sich recht Rücksichtslos nach vorne durch zu Boxen. Außer beim Paladin (der „Gut“ war und gar nicht anders konnte) stieß sie damit auf wenig Verständnis und wurde deswegen von ihren Reisebegleitern immer wieder K.O. geschlagen, einmal mit dem blanken Schwert angegriffen und fast in einer Pfütze ertränkt.
D&D haben wir zwar am meisten gespielt, aber zwischendrin fanden wir auch immer wieder Zeit für anderes. Fußball, Dodgeball, in der Sonne sitzen und sich unterhalten, Kanu fahren, Baden, Kochen, Abwaschen, Räuber und Gendarm im Dunkeln mit nur wenigen Metern Sichtweite fand ich besonders gut. Am Lagerfeuer, Witze Scherzfragen und Rätsel erzählen, Berichten vom Hesfes lauschen, dazu Überlegungen, was wir in Deutschland für die Bildungsfreiheit tun können u nd der Beschluss, dass es nächstes Jahr wieder ein Septembertreffen geben wird, worauf ich mich schon sehr freue!
Immanuel
Dieser Bericht wurde im Rundbrief der Initiative für Selbstbestimmtes lernen veröffentlicht.





